Lebenszeichen

Hallo liebe Freund*innen des Handstand & Moral,

Wir wollten nur mal ein kleines Lebenszeichen aussenden – es gibt uns noch! Dabei hatten wir in den letzten Monaten aus naheliegenden Gründen ziemlich wenig mit unserem normalen Geschäft zu tun: Etwa Konzerte, Lesungen, Workshops, Ausstellungen organisieren oder andere Nutzer*innengruppen betreuen. Aktuell ist das Handstand & Moral, erstmal bis Jahresende, für öffentliche Veranstaltungen und externe Nutzungen komplett geschlossen.

Nichtsdestotrotz treffen wir uns weiter (online) und schrauben an Plänen – teilweise für alternative Vernstaltungsformate, größtenteils jedoch für die Zeit, wenn eine Bespielung und Nutzung unserer Räumlichkeiten prinzipiell wieder möglich sein wird. Dafür arbeiten wir insbesondere an einer Verbesserung unseres Infektionsschutzkonzeptes und baulicher Erweiterungen. So wird etwa demnächst eine Lüftungsanlage eingebaut. So können wir Infektionsrisiken zumindest verringern, außerdem gibt es dann beim nächsten Konzert sogar frische Luft im HaMo!

Finanziell kommen wir, zumindest für den Moment, einigermaßen über die Runden. Wenngleich auch unsere materielle Situation im Rahmen von (Gewerbe-)Mietvertrag, unserer solidarisch-spendenbasierten Wirtschaft und ehrenamtlicher Arbeit prekär bleibt, sehen wir in unserem Umfeld von befreundeten Projekten deutlich schwierigere Zustände als gegenwärtig bei uns. Insofern auch von uns noch einmal der Aufruf: Schaut euch doch mal in eurem Umfeld um und fragt nach bei den vielen kleinen, selbstorganisierten Kultur- und Bildungsprojekten, wie der Stand ist und wie ihr, nach euren Möglichkeiten, helfen könnt. Falls ihr noch was auf Tasche habt und nicht wisst, wohin damit, geben wir euch gerne auch Empfehlungen und Fingerzeige.

Momentan müssen wir Anfragen für Veranstaltungen oder andere Nutzungen des Ladens erst einmal zurückstellen. Wir sind aber bei Fragen, Anregungen und natürlich auch wenn ihr Lust habt im Handstand & Moral mitzumachen, weiter für euch ansprechbar unter: kontakt@handstandundmoral.de

Alerta und kommt gut durch,

Team HaMo

Das Handstand & Moral und die Subkultur in Corona-Times

Liebe Freund*innen des HaMo,

wir stellen angesichts der aktuellen Corona-Situation fest, dass viele Menschen in unserer Nähe neben ihren persönlichen Sorgen zu Recht auch vielfach auf gesellschaftliche „Begleiterscheinungen“ der Entwicklung hinweisen. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Auch schon vorher überaus prekäre Arbeitsbedingungen in der nun als lebenswichtig erkannten (und gerade hier vielfach von weiblicher Arbeit getragener) gesellschaftlichen Infrastruktur, andere dringende Problemlagen die nun aus den Blick geraten und – bei aller Legitimität die Schutzmaßnahmen haben – die Sorge vor den Mitteln des autoritären Staates, vor allem auch über die aktuelle Lage hinaus.

Wir empfinden es dabei als positiv, dass es in der öffentlichen Diskussion zumindest nicht komplett untergeht, dass auch viele Projekte, Orte, Unternehmen und Menschen in Bereichen von Kultur, Bildung, Austausch und Geselligkeit in große Schwierigkeiten geraten. Das betrifft u.a..: Kinos und Film, Theater und Konzertorte, Verlage und Buchhandlungen, Kneipen und, und, und. Das betrifft natürlich auch die Projekte und Orte unserer Subkultur in Leipzig. Aus unserer Perspektive haben wir natürlich vor allem die vielen kleinen, selbstorganisierten Läden im Blick, die z.B. Kulturveranstaltungen organisieren oder Raum für politische Arbeit bieten – so auch das Handstand & Moral. Weiterlesen

Sa 29.2. Moderne Mythen Teil 1 – Vortrag von Felix Schilk

In der neurechten Verschwörungstheorie vom „Großen Austausch“ verschränken sich rassistische und antisemitische Projektionen. Einer Konkurrenzlogik entspringende Ängste vor Geflüchteten und die Idee einer vermeintlich linksliberalen und kosmopolitisch orchestrierten „Masseneinwanderung“ laufen Hand in Hand. Das dient der Kapitalisierung von Ressentiments und verfolgt den instrumentell-agitatorischen Zweck, das Framing einer politisch vermarkteten Krise zu installieren. Anhand von neurechten Textpassagen wird die Verschwörungsideologie des „Großen Austauschs“ auf ihre Funktionen untersucht und in der Tradition des rechten Denkens verortet, sowie ihre Anschlussfähigkeit an strukturell antisemitische Welterklärungen gezeigt.

Beginn: 20 Uhr

So 1.3. Moderne Mythen Teil 2 – Workshop mit Paul Lißner und Moritz Roßberg

Im Anschluss an den Vortrag von Felix Schilk „Zur Genese des neurechten Antisemitismus“ möchten wir uns eingehender mit der Funktion von Verschwörungsideologien auseinandersetzten und den Umgang damit diskutieren. Das aktuelle Narrativ antisemitischer Ideologie des „Großen Austauschs“ wird die Basis der Reflexion bilden. Während des Workshops werden Kurzvorträge darüber als Diskussionsmaterial dienen. Außerdem werden  kollektiv eigene Verschwörungen entworfen . Die darin enthaltenen Elemente werden in ihrer Struktur analysiert, um dadurch Mittel zur Enttarnung und Widerlegung solcher Ideologien gemeinsam zu erarbeiten. Vorwissen über antisemitische Verschwörungsdiskurse, ihre Argumentationsstrategien und deren implizite sowie explizite Verklärungsmechanismen wird ebenso wenig vorausgesetzt, wie es willkommen ist.

Beginn und Ende: von 10 – 16 Uhr

ANMELDUNG unter: workshop@handstandundmoral.de
Bitte frühzeitig anmelden, da die Teilnehmer*innen Anzahl begrenzt ist.
Es wird eine Teilnehmer*innen Gebühr von 5 € erhoben.
Alle weiteren Informationen erhältst DU frühzeitig nach erfolgreicher Anmeldung.

Mi 12.2.: Ausstellung: Let’s call it a day

Beteiligte(r) Künstler*in(nen):
Maia Liu, Noé Leleu, Rag Elnyg, Nadine Smales, Noemi Conan, Callum Lyons, Einav Zilber, Laura Tuomi, Eva Yurková, Laurens Rogiest, Mathilde Guiot, Claire Maroufin, Joao M. Ramos, Delia A. Prodan, Giacomo Infantino, Eva Dumoulin, Joram De Cocker, Hannah Lamarti

„Let’s call it a day“ is a one-day group exhibition that brings together the work of several Erasmus students who studied at HGB Leipzig for the past few months. The work on display shows the different disciplines and background of everyone, yet creates a feeling of collectiveness. All of us in one space for one day, in the same city for the same period of time. Focusing on the temporary as well as leaving that focus behing.

Workshop: Basisgruppen organisieren und Kämpfe gewinnen. Transformatives Organizing als Ansatz für eine junge politische Arbeit.

Datum: 23.11.2019 / 10.00 – 19.00

Ort: handstand & moral (Merseburgerstr. 88b)

Anmeldungen an: info@zfob.de

Das Transformative Organizing steht für ein Versprechen durch basisdemokratische Politik die Gesellschaft nachhaltig zu verändern. Wie aber kann dieser Anspruch eingehalten werden und wodurch erreichen wir die Menschen, die am stärksten von gesellschaftlicher Unsicherheit, Ausbeutung und Diskriminierung betroffen sind? Ziel des Workshops am 23.11.2019 wird es sein, einen kompakten Einblick in die Praxis und Methoden des Transformativen Organizings zu bekommen. Wir werden lernen wie bereits seit Jahren u.a. Stadtteil- und Mietkämpfen erfolgreich umgesetzt werden. Ein besonderes Augenmerk wird im Workshop auf die Verbindung von Ansätzen konkreter Politik vor Ort mit der Entwicklung von grundlegenden gesellschaftlichen Alternativen gelegt.

Der Workshop richtet sich insbesondere an junge (stadt-)politisch Aktive aus Leipzig und Sachsen

Eine Veranstaltung des Zentrums für optimistische Bergbauforschung e.V. mit dem handstand& moral e.V. und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen

Frrr. – Soonnn. // 11.10. und 13.10. // Ausstellung // BODYFLEX. KLEIDUNG NICHT AM KÖRPER BÜGELN

Der Abend am 11.10.2019 wird von vier Fotografierenden – Hannes Erler, Alexandra Tcherkassova, Anna-Lena Erb, Kim Kreuz – veranstaltet, welche sich in der HGB-Abendakademie kennengelernt haben und nun in Kunstprojekten zusammenarbeiten.
Die Ausstellung widmet sich dem Verhältnis zwischen Körper und Form. Aus der Untersuchung dieser Begriffe gehen mit Fotografie und Installation, live Tanz- und Musikperformanceacts verschiedene Strategien zur Gestaltung eines fruchtbaren Dialogs hervor. Das heißt Körper und Form werden auf unterschiedliche Weisen gedacht, gelesen und auf verschiedenste Arten zueinander in Beziehung gesetzt. „Phenomenon“ Weiterhin wird Max Blax – ein Berliner Künstler, Performer und Tänzer – uns durch seine Tanzperformance die Möglichkeit bieten sich durch direkte Wahrnehmung mit dem Begriff „Phänomen“ auseinanderzusetzen. Innerhalb des Prozesses entsteht eine Installation. „Close-up“ Valeria Vava, in Russland als einzigartige und unnachahmliche Choreografin und Tänzerin etabliert, wird eine eigenständige Persönlichkeit des Körpers entstehen lassen.
Wir werden Zeuge wie Bilder zu Körper werden und Körper zu Bildern. Liveset by DJ mogli und Gesang by Elisa Krüger, DJ Team Philipp Plein Beteiligt/e und Künstler/innen: Benjamin Möller, Elisa Krüger, Evelina Kamasheva, Dj mogli, Hannes Erler, Alexandra Tcherkassova, Anna-Lena Erb, Kim Kreuz, Max Blax, Valeria Vava, Ttyfal, fruity saase
Flyer Ausstellung bodylfex